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Zwischen Sicherheit und Authentizität


lookfamed - 25. September 2018 - 0 comments

Bei einer Kooperation zwischen Unternehmen und Influencern haben beide Seiten bestimmte Vorstellungen davon, wie eine Kampagne am besten umgesetzt werden sollte. Viele Unternehmen geben vor, welche Produkte gezeigt werden sollen und welche positiven Aspekte dabei besonders betont werden sollen. Kritik und Verbesserungsvorschläge sind hier nicht erwünscht. Teilweise gibt es sogar Vorgaben zur Gestaltung des Hintergrunds oder zur Kleidung des Influencers. In einem uns bekannten Fall sollte die Influencerin ihre Kleidung auf die Farben des Unternehmenslogos anpassen.

Natürlich beruhen diese Vorgaben auf der logischen Tatsache, dass Unternehmen auf Nummer sicher gehen wollen und ihr Produkt sowie ihre Marke immer korrekt und bestmöglich darstellen möchten. Unternehmen legen viel Wert auf Sicherheit und geben ihren Kooperationspartnern daher viele Vorgaben.

Im Kontrast dazu stehen die Influencer, die dann vor der Herausforderung stehen, diese Vorgaben authentisch in ihre Story oder ihren Feed mit einzubauen. Besonders problematisch wird die Kooperation dann, wenn die Unternehmen zudem noch mit vorherigen Freigaben arbeiten, sodass die Influencer die Stories Tage vorher vordrehen müssen, um sie dann zur Abnahme an die Unternehmen zu leiten. In der Zeit, in der die Story aber zur Abnahme bei den Unternehmen liegt, kann sich im Leben der Influencer einiges ändern. Sie könnten beispielsweise die neuen Wimpern oder eine neue Frisur bekommen. Neben den optischen Veränderungen kann es aber auch vorkommen, dass die Kinder krank werden, man zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Story im Supermarkt unterwegs ist und unter Umständen von Followern gesehen wird. Die Influencer stehen vor der Herausforderung ihre Authentizität zu bewahren. Sie müssen darauf achten, dass die vorgedrehte Story in den Alltag intergiert wird. Das beginnt mit der Bekleidung und endet mit der authentischen Einordnung in den Alltag. Zudem treten bei vorgedrehten und später hochgeladenen Stories häufig Qualitätsprobleme auf. Markierungen und Texte sind in der Story nicht mehr lesbar und sorgen so für eine schlechte Darstellung der beworbenen Marke.

Dieses Spannungsverhältnis zwischen der Sicherheit der Unternehmen und der Authentizität der Influencer ist ein recht aktuelles Problem, das sich jedoch recht einfach auflösen lässt. Zum einen müssten sich die Unternehmen etwas freier machen und ihren Kooperationspartnern etwas mehr Vertrauen entgegenbringen. Wie bereits in unserem Newsletter vom August angesprochen, muss die Chemie zwischen Influencer und Unternehmen stimmen. Selbst wenn dann etwas bei der Kooperation schiefläuft, kann man die Story stets nachdrehen oder etwas Positives daraus ziehen. Beispielsweise hatten wir in unserer Agentur einmal den Fall, dass während der Story ein Produkt kaputtgegangen ist. Daraufhin haben sich zahlreiche Follower gemeldet, denen das Gleiche passiert ist. Das Unternehmen hat vorbildlich reagiert und das Problem wurde angegangen. Es gab eine kurze Erklärung, warum das Produkt so gestaltet sei, man das Problem angegangen und zusätzlich haben betroffene Follower kostenlos ein neues Produkt erhalten.

Für die Zukunft empfehlen wir vermehrt auf Freigaben von Stories zu verzichten und stattdessen auf aussagekräftige Briefings und die Fähigkeiten der Influencer zu vertrauen. Sie kennen ihre Community am besten und wissen daher genau, was gut bei dieser ankommt und was nicht. Dabei mag nicht immer alles rundlaufen, aber dafür bekommen Unternehmen authentische Umsetzungen, welche am Ende für deutlich mehr Erfolg sorgen, als einstudierte und vorgegebene Texte.

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