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Justizministerium plant Gesetz für Influencer


lookfamed - 27. Juni 2019 - 0 comments

Im Instagram Marketing Bereich herrscht zurzeit Umbruchstimmung, denn nun soll endlich ein neues Gesetz entworfen werden, um die Rechtslage zur Werbekennzeichnung zu stabilisieren. Schon seit Längerem wird über die Richtlinien der Werbekennzeichnung kontrovers diskutiert. „Anzeige“, „Werbung“, „Bezahlte Partnerschaft“ – diese Begriffe fluten momentan die Blogger Profile, denn die aktuelle Rechtslage und auch vergangene Rechtsurteile sorgen für große Verunsicherung.

Was harmlos mit einem #ad am Ende des Posts in der Hashtagauflistung angefangen hat, wurdespäter zur eindeutigen Anzeige durch die Überschriften „Werbung“, „Anzeige“ oder „Sponsored“ amAnfang der Caption. Seit Anfang 2018 bietet Instagram auch den Service der bezahlten Partnerschaft, dem sogenannten „Branded Content Tool” an, um eine technisch Lösung derKennzeichnung zu ermöglichen. Mit dieser Funktion wird den Werbepartnern der Zugriff auf nützliche Statistiken erlaubt und diese Kennzeichnung scheint auf den ersten Blick auch die ästhetischste von allen Optionen zu sein.

Doch unabhängig von der Ästhetik bleibt das Problem bestehen: Es scheint niemanden ganz klar zu sein, ab wann die Kennzeichnung als Werbung notwendig ist und wann überflüssig. Aus Angst vor Abmahnungen des Verbands Sozialer Wettbewerb werden mittlerweile fast alle Beiträge der Blogger als Werbung gekennzeichnet – unabhängig davon, ob sie für die Beiträge bezahlt werden oder nicht. Dies führt wiederrum leider zur Verunsicherung der Follower und hat somit eine Reduzierung der Transparenz zur Folge, da die Follower nun gar nicht mehr unterscheiden können, ob es sich um werbliche Inhalte handelt oder eben um die eigene redaktionelle Meinung des Bloggers.

Unter der undurchsichtigen Rechtslage leiden daher alle Beteiligten: Die Follower, die nicht mehr wissen, wie sie ehrliche von bezahlter Meinung filtern sollen, die Blogger, die ihre Glaubwürdigkeit bei ihrer Community einbüßen müssen und die Unternehmen, die zunehmend Schwierigkeiten haben ihre Produkte mithilfe von Influencer auf dem Markt zu platzieren. Aus allen Ecken wird daher der Ruf nach klaren Vorgaben immer lauter.

So auch im Falle der Influencerin @venifrost: Die Bloggerin hatte in ihrem Post die Marke ihres Pullovers getaggt ohne diese Verlinkung als Werbung zu kennzeichnen. Daraufhin wurde sie vom Verband Sozialer Wettbewerb abgemahnt und das Berliner Landgericht gab dem Verband recht. Allerdings legte Veni Frost Widerspruch gegen dieses Urteil ein. Und tatsächlich: Das Urteil in zweiter Instanz vom 8. Januar 2019 macht den Influencern wieder Mut, denn das Gericht stellte klar, dass Blogger erst ab 50.000 Follower als Influencer gelten und dazu verpflichtet sind, Markenkennzeichnungen auch als Werbung auszuweisen. Darüber hinaus entschied das Gericht, dass jeder Instagram Post mit dem Geld verdient wird oder der durch andere Leistungen (z.B. durch kostenlose Produkte oder Hotelübernachtungen) bezahlt wird, abmahnfähig ist, auch wenn der Blogger weniger als 50k Follower hat.

Auch wir von Lookfamed haben in der Vergangenheit bereits Konflikte mit dem Verband Sozialer Wettbewerb austragen müssen. Am Ende hat auch eine erfolgreiche Abwendung der Abmahnung Kosten für den eigenen Anwalt zur Folge und ist somit ein Ärgernis für die betroffenen Blogger. Daher sind wir von Lookfamed auch froh, wenn die Gesetzeslage geklärt ist und die Richtlinien für Werbekennzeichnung wieder transparent für alle sind.

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