Scroll to top
© 2019, made with love lookfamed, All right reserved.

Durch Bashing zu Millionen Followern


lookfamed - 24. März 2020 - 0 comments

Was haben Sarah Harrison, Johannes Haller, Senna Gamour und Jenny Frankenhauser alle gemeinsam? Richtig, sie sind alle Influencer. Und was haben sie noch gemeinsam? Für ihren Job wurden sie jüngst von Comedian Oliver Pocher scharf kritisiert. In den letzten Monaten hat er häufig auf sich aufmerksam gemacht, indem er sich über den Sänger Michael Wendler und seine junge Freundin Laura Müller lustig gemacht hat. Noch witzig oder bereits unter der Gürtellinie? Wie das Bashing anderer in der Social Media Welt zu Millionen von Followern führt.

Der Ernst der Lage

Fassen wir die Situation einmal so zusammen: Oliver Pocher vertritt die Meinung, dass manche Influencer den Ernst der derzeitigen Lage scheinbar noch nicht verstanden haben und stattdessen weiter ihre Werbung posten und die Situation komplett ignorieren. Absolut berechtigte Kritik, denn momentan ist nichts wichtiger, als die Gesundheit aller. Influencer verfügen teilweise über eine enorme Reichweite. In Zeiten wie der jetzigen ist es deswegen zwingend notwendig, diese sinnvoll zu nutzen, um aufzuklären, zu helfen und einen Mehrwert zu bieten. Was jedoch nicht erwähnt wird: Viele tun dies bereits.

Mithilfe des Hashtags #WirBleibenZuHause, der vom Bundesministerium für Gesundheit ins Leben gerufen wurde, solidarisieren sich zahlreiche Influencer und fordern ihre Follower auf, dringend zu Hause zu bleiben. Dass es immer wieder Menschen geben wird, die ihre Reichweite trotzdem nicht sinnvoll nutzen werden, ist ebenso klar wie die Tatsache, dass man nicht alle Influencer in eine Schublade stecken und sie als „Unmenschen“ bezeichnen kann. Konstruktive Kritik und Meinungsäußerungen sind immer gewünscht – einer der vielen Vorteile von Social Media ist, dass dies dort so gut möglich ist wie sonst kaum wo. Wenn an diesem Ort jedoch eine Atmosphäre entsteht, in der man Angst haben muss, etwas zu sagen, weil man dann eventuell von einer Person mit sehr vielen Followern zerrissen wird, dann muss man sich als User der App einmal fragen, ob man eine solche Atmosphäre gutheißen kann oder ob nicht vor allem in diesen Zeiten Zusammenhalt wichtiger denn je ist.

Quelle: Oliver Pocher (@oliverpocher)

Ein Beruf wie jeder andere

Wie kommt es aber, dass so viele User der Plattform Bashing feiern und sich teilweise sogar daran beteiligen? Nun ja, sie teilen eben die gleiche Meinung. Daran ist natürlich auch erstmal nichts falsch, denn unterschiedliche Meinungen machen den Diskurs in den Sozialen Medien ja grade so spannend. Wenn dies aber dazu führt, dass Menschen täglich mehrfache Hassnachrichten und schlimmste Drohungen erhalten, dann sollten wir uns alle doch noch einmal fragen, ob wir eine solche Atmosphäre wirklich unterstützen wollen. Dabei sollte sich einmal die Frage gestellt werden: Ist es wirklich besser, sein Geld damit zu verdienen, andere Menschen zu beleidigen als damit, Produkte von Unternehmen zu bewerben, die vor allem in der jetzigen Situation so stark auf Unterstützung angewiesen sind?

Letztendlich ist erstmal nichts verkehrt daran, jemandem die Augen zu öffnen, mit dessen Verhalten man nicht einverstanden ist oder (in der derzeitigen Situation) mit dessen Verhalten eben jene Person andere Menschen gefährdet. Natürlich ist es nicht okay, wenn Influencer momentan nur an Kooperationen denken und möglichst viel Geld aus der Situation schlagen wollen. Letztendlich darf man eines aber nie vergessen: In der heutigen Zeit ist der Beruf des Influencers ein Beruf wie jeder andere. Wie man dazu steht, kann jeder für sich selbst entscheiden, aber sind wir mal ehrlich: Wer wegen des Virus auf sein Gehalt verzichten mag, kann ja einmal die Hand heben…na?

Aufgrund dessen ist es durchaus legitim, immer noch Werbung zu machen. Wichtig ist hierbei nur, dass die derzeitige Situation mit Respekt behandelt wird und die Bewerbung eines Produktes angemessen vonstattengeht und aus den richtigen Gründen veröffentlicht wird. Dies schadet dann auch keinem, denn der Influencer unterstützt damit nicht nur sich selbst, sondern primär auch die Unternehmen, die vor allem derzeit mehr auf Unterstützung angewiesen sind als je zuvor und natürlich auch ihre Follower, die von Rabattcodes & Co profitieren.

Die richtige Balance

Sind wir uns bei vielen Sachen nicht einig, sollten wir es uns in einer definitiv sein: Gesundheit ist mit Abstand das Wichtigste. In diesen Zeiten gilt es wohl, die richtige Balance zwischen Empathie, Realismus, Inspiration und Werbung zu finden. Beim „Influencen“ geht es eben nicht immer nur um Kommerz, sondern vor allem auch darum, in schweren Zeiten die eigene Stimme und die eigene Reichweite zu nutzen, um Menschen zu erreichen. Wer kann da schon etwas gegen haben?

Weitere Influencer News