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Black Friday – Zwischen Kaufrausch und Reizüberflutung


lookfamed - 30. November 2018 - 0 comments

Unser knappes Resümee zum Black Friday:
Viel zu viel Werbung und dennoch profitabel.

Aber woher kommt der Black Friday eigentlich? Er gilt als Auftakt zur Weihnachtseinkauf-Saison und findet immer am vierten Freitag im November statt. Dieses Jahr war er somit am 23. November. Ursprünglich feierte er seine Premiere am 24. November 1961 in den USA. Seinen Namen hat er der Polizei zu verdanken. Damals lockten lokale Händler am Brückenfreitag nach Thanksgiving so viele Konsumenten mit Rabattaktionen in die Innenstadt, dass die Polizei die Menschenmenge nur noch als “schwarze Masse” wahrnahm und ihn deshalb zukünftig “Black Friday” nannte. Aber nicht nur in den USA gilt er als einer der umsatzstärksten Tage des Jahres. In Deutschland hat er sich mittlerweile ebenfalls als eine feste Tradition etabliert. Doch im Unterschied zu 1961 beginnen heute die Rabattaktionen früher, dauern wesentlich länger und haben sich vornehmlich von den Innenstädten auf die Onlineebene gehoben.

Als Influencer Marketing Agentur interessiert uns aber vor allem, wie sich Influencer und Follower in diesen Tagen gefühlt haben. Die erste Antwort hatte zumeist etwas mit Reizüberflutung und Unübersichtlichkeit zu tun. Super Deals stehen erst an zweiter Stelle. Interne Umfragen ergaben außerdem, dass wohl nicht alle Follower Spaß an der Dauerwerbesendung hatten. Neben den Rückmeldungen einer leicht genervten Community konnte man in den Tagen danach einen weiteren Effekt beobachten. Die Impressionen und Reichweiten von Stories und Beiträgen sind deutlich nach unten gegangen. Dies lässt darauf schließen, dass auch der Instagram Algorithmus den Black Friday als negativ bewertet hat. Dabei bleibt unklar, ob Instagram diesen extra heruntergeschraubt hat oder ob das mangelnde Interesse der Follower dazu geführt hat.

Im Weiteren fiel auf, dass einige Unternehmen negative Bewertungen bekamen, da sie versuchten, Kunden mit scheinbar zeitlich limitierten Angeboten zu locken, die dann aber eine ganze Woche galten, obwohl sie jeden Tag aufs Neue als einmalig angepriesen wurden. Dies führt zum einem zu unnötigen Kaufdruck bei den Followern und zum anderen fühlen sich manche hinters Licht geführt, wenn das einmalige Angebot am nächsten Tag ebenfalls gilt. Dies kratzt an der Authentizität des Influencers, wie auch an der des Unternehmens.

Neben der Wahrung der Authentizität steht den Unternehmen und Influencern eine weitere Herausforderung bevor, da der Begriff des „Black Fridays“ eine äußerst umstrittene “Wortmarke” ist. In den letzten Jahren erhielten mehrere Händler Abmahnungen, die mit dem Begriff “Black Friday” warben, da dieser beim Deutschen Patent- und Markenamt seit dem Jahr 2013 als “Wortmarke” registriert ist. Die in Hongkong ansässige Super Union Holding Ltd. sicherte sich 2016 die “Markenrechte” und versuchte, diese juristisch durchzusetzen. Ob ein so beschreibender, allgemeingebräuchlicher Begriff wie der Black Friday überhaupt als Marke eingetragen werden darf und schutzfähig ist, bezweifeln allerdings zahlreiche Juristen. Unseren Influencern haben wir daher empfohlen, anstatt Black Friday, Black Week, Cyber Monday Week oder Black Friyay zu schreiben, um Abmahnungen auf Instagram vorzubeugen.

Trotz all dieser Kritik darf man nicht außer Acht lassen, dass die Zeit um den Black Friday herum als die umsatzstärkste Zeit des Jahres gilt. Dafür sprechen unter anderem die Zahlen aus dem letzten Jahr, in dem die Deutschen laut dem HDE rund 1,7 Milliarden Euro an den vier Tagen vom Black Friday bis zum Cyber Monday ausgaben. Der Umsatz am „Cyber-Wochenende“ stieg damit, gegenüber dem Vorjahr, um 18,2 Prozent. Ein Indiz, dass die Umsätze dieses Jahr weiter steigen, zeigen die aktuellsten Zahlen von Zalando. Die Zahl der Bestellungen habe sich im Vergleich zum Vorjahr auf rund zwei Millionen und die der Neukunden auf mehr als 220.000 verdoppelt. Das heißt, pro Minute gingen mehr als 4200 Bestellungen ein, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Auch im Social Media Marketing scheint das Cyber Weekend äußerst profitabel zu sein. Aber Vorsicht ist geboten, denn einige Onlinehändler werben zwar mit Preisnachlässen von bis zu 90 Prozent, echt sind diese Rabatte allerdings selten und das merkten auch die Kunden.

Unser Fazit, damit der Black Friday im nächsten Jahr noch erfolgreicher wird und Follower nicht genervt sind:

Influencer sollten sich auf ein bis zwei wirklich gute Kooperationen festlegen und diese Angebote eventuell schon im Vorhinein ankündigen, damit am Black Friday Platz für wertvollen und unterhaltsamen Content ist.

Unser Tipp an Unternehmen: Kennt eure Kunden und überstrapaziert sie nicht. Authentische Angebote, bei denen die Kunden wirklich sparen, haben meist eine größere Reichweitenwirkung und führen zu höheren Umsätzen als massenhaftes Anpreisen mit weniger guten Rabatten. Ein frühzeitiger Hinweis auf die Aktion kann außerdem für Spannung und Begeisterung sorgen. Letztendlich ist aber die Auswahl einiger passender Influencer, die Wert auf qualitativen Content setzen, ebenso wichtig, wie ein guter Strategieplan für den Black Friday.

Mit diesem geschafften Auftakt wünschen wir allen eine schöne Vorweihnachtszeit!

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